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    Abschied vom Anton Oberluggauer, Häuslerbauer in Wiesen bei St. Lorenzen i. Les.

    Tiefe Trauer herrschte in St. Lorenzen im Lesachtal und weit darüber hinaus nach Bekanntwerden des all zu frühen Todes von Anton Oberluggauer, vlg. Häuslerbauer in Wiesen. Obwohl alle von seinem Gesundheitszustand wussten, kam der Tod doch wieder überraschend.

    Die Worte am Partezettel beschreiben seine letzte Zeit der schweren Krankheit und des Martyriums durch die starken Schmerzen, wohl sehr genau: Gekämpft-gehofft-verloren. Du hast gesorgt, du hast geschafft, bis dir die Krankheit nahm die Kraft. Wie schmerzlich war es vor dir zu stehen und deinem Leiden hilflos zu zusehen.
    Nach 14 Monaten der schweren Krankheit hat er den Kampf dagegen verloren und wurde nun von den Schmerzen erlöst. Die überaus große Beteiligung an seinem letzten Weg von seinem Bauernhaus in Wiesen, wo er aufgebahrt war, zur Kirche in St. Lorenzen zeigte von seiner großen Beliebtheit und Bekanntheit weit über Gemeinde-, Landes- und Bundesgrenzen hinaus. Sein Sarg wurde im Leichenwagen von zwei Norikerpferden gezogen. Dem voraus der von ihm bis zum Beginn der Krankheit betreute Zuchthengst, begleitet von seinen zwei eigenen Pferden und einem Pferd aus Obertilliach.

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    Starke Abordnungen der Feuerwehren von St. Lorenzen und des Tales, Bergrettung mit Hunden, Bauern aus nah und fern, viele Pferdezüchter, Freunde, Verwandte, Angehörige und Bekannte.

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    Pater Prior M. Baur aus Maria Luggau nahm die Einsegnung vor und feierte mit dem Kirchenchor St. Lorenzen den Auferstehungsgottesdienst. Die Nichte Maria Bernadette Salcher aus Maria Luggau brachte das „Ave Maria“ mit der Geige und Orgelbegleitung zum Vortrag. Eine Bläsergruppe der Lesachtaler Bauernkapelle St. Lorenzen umrahmte die Trauerfeier musikalisch und beim Lied „Ich hatte einen Kameraden“ senkte sich die Feuerwehrfahne, die er als Fähnrich über 11 Jahre trug, zum letzten mal. Pater Prior schilderte in seiner Ansprache in einfühlsamen Worten das Leben, Wirken und auch die Zeit des Leidens des Verstorbenen. Gott sehe die Dinge anderst, wie wir auf dieser Welt Lebenden.
    Anton Oberluggauer, Häusler Tone genannt, kam am 23.11.1950 beim vlg. Häusler in Wiesen Nr. 2 zur Welt, als 4. von 5 Kindern. 2 Geschwister starben schon im Kleinkindalter. Seine Eltern waren Anton und Theresia Oberluggauer, geb. Guggenberger von „Rautas Hansis“ vom Raut bei Maria Luggau. Nach dem Besuch der örtlichen Volksschule und einem Jahr landw. Berufsschule bildete er sich an den landw. Fachschulen in Krastowitz und St. Georgen am Längsee und verschiedenen Fachkursen weiter. Als landwirtschaftlicher Meister im elterlichen Betrieb konnte er diesen im Jahre 1973 von seinen Eltern übernehmen und bis zur Übergabe an seinen Sohn Anton im Jahre 2008 vorbildlich führen.
    Im Jänner 1975 heiratete er seine Frau Anna geb. Unterguggenberger vom vlg. Moser in Moos bei Maria Luggau.. Der Ehe entstammen die Kinder Michaela, Anton, Karin und Leonhard, denen er allen eine entsprechende Ausbildung zukommen lies. Er war ein guter Ehemann, fürsorglicher Familienvater und jederzeit hilfsbereiter Nachbar. Der Häusler Tone war wohl ein Bauer mit Leib und Seele. Die Tiere, besonders aber die Pferde waren für ihn wohl alles. Er war stolz Bauer zu sein. Er schätzte auch die älteren, Erfahrenären Leute sehr und anerkannte ihre guten Ratschläge. Tone war nicht ein Bauer der sich gleich jeder Neuentwicklung anschloss sondern alles wurde von ihm vorerst gut geprüft und überlegt bevor Entscheidungen und Anschaffungen getroffen wurden. Auf Grund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten wurde er auch bald mit verschiedenen Funktionen und Tätigkeiten für den Bauernbund im Bezirk und Land betraut.
    30 Jahre war er Bildungsreferent für St. Lorenzen in der Bezirksbauernkammer Hermagor, 30 Jahre Obmann des Bauernbundes, ebenso Obmann der Nachbarschaft Wiesen. Seit dem Jahre 2000 war er Obmann des Pferdezuchtvereines K 18 Lesachtal und über 30 Jahre Hengstenhalter für den Bereich Lesachtal. Gleichzeitig war er auch Landesobmannstellvertr. des Pferdezuchtvereines und so mit den Vereinen in Kärnten, Osttirol und Südtirol eng verbunden und pflegte eine gute Zusammenarbeit.
    Der Bundesgeschäftsführer des Österr. Pferdezuchtvereines Janko Zwitter bezeichnete ihn in seinen Dankesworten als Fundament und Säule des Vereines Österreichweit und erinnerte noch an den von ihm organisierten Jubiläumsball 70 Jahre Pferdezuchtverein K 18 Lesachtal im Jahre 2007, wo er das Lesachtal bestens präsentierte.
    Bgm. Franz Guggenberger bezeichnete seinen Schulfreund Tone als einen korrekten, besonnenen und jederzeit hilfsbereiten Menschen und guten Feuerwehrkameraden. 12 Jahre war er auch als Gemeinderat zum Wohle der Lesachtaler Bevölkerung tätig. Sein Bestreben war immer eine möglichst einheitliche Entscheidung aller Fraktionen. Er war maßgeblich beteiligt an der Entwicklung des Tuffbades und führend als Obmann bei der Errichtung des Samalmweges sowie im gesamten Geschehen der Dorfgemeinschaft. Die friedliche Zusammenarbeit bedeutete ihm alles. So sehe man auch die Welle der Anteilnahme und Trauer im Tal anlässlich seines Todes, die sagen will, wie groß seine Beliebtheit war. Seine korrekte, überlegte und jederzeit hilfsbereite Art zeichnete ihn aus, so der Bürgermeister.
    Bauernbundobmann Anton Oberguggenberger aus Maria Luggau sprach in seinen Dankesworten vom großen Verlust für die Bauernschaft im Lesachtal und darüber hinaus und schilderte all seine Tätigkeiten im Bauernstand die er immer in vernünftiger Art und Weise durchführte. In Maria Luggau gibt es fast kein Haus wo er nicht mit seinem Pferd bei einem Todesfall den Transport vom Trauerhaus zur Kirche übernahm.

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    Feuerwehrkommandant Gerd Guggenberger dankte dem Feuerwehrmann Tone für seine Tätigkeiten als verantwortungsvoller, pflichtbewusster Kamerad mit vielen Ideen mit vielen Talenten und Fähigkeiten. Vor kurzem konnte ihm noch die Auszeichnung für 40 Jahre Tätigkeit im Feuerwehr- und Rettungswesen bei ihm zu Hause überreicht werden, worüber er sich sehr freute. Tone hat sich auch eingesetzt, dass die Feuerwehrfahne bei allen kirchlichen Prozessionen mitgetragen wurde nicht nur beim Florianifest. Kdt. Guggenberger verglich das Leben von Tone mit einem Weinstock: Seine Wurzeln-tief verwurzelt im Boden. Er gab festen Halt, wenn Stürme kamen. Sein Stamm: Die Jahre prägten und veränderten, der Lebenssaft strömte von den Wurzeln in die Reben, sie streckten sich aus, tasteten sich vor, suchten Halt. Ganz verschiedene Reben: Abgestorbene, geplatzte Hoffnungen, gescheiterte Versuche, Vergangenes. Blühende Reben: Volles Leben, Kraft, Fülle, Schönheit, Reben die Früchte trugen. Reben die weiterhin Früchte tragen in seiner Familie, in der Feuerwehr und in seinem Freundeskreis.
    Tone war auch Mitglied der Bergrettung Lesachtal und viele Jahre auch als Hundeführer im Einsatz.
    Nicht nur in diesen Vereinen auch sonst war er immer bereit anderen zu helfen wo seine Hilfe gebraucht wurde.
    Sein großes Vertrauen mit dem Wunsch auf Besserung seines Gesundheitszustandes und sein Verehren galt der Schmerzhaften Mutter Gottes. So war es ihm in der Zeit der Krankheit noch ein Bedürfnis ein Kreuz mit der Muttergottesstatue auf seiner Tannwiese unterhalb von Frohn zu errichten.
    Tone war stolz Bauer zu sein – wir sind stolz auf alles was er für den Bauernstand und die gesamte Dorfgemeinschaft getan und vollbracht hat. Vieles wird uns immer an ihn erinnern.

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    Den Wert eines Menschenlebens bestimmt nicht sein Alter, sondern das, was er in seinem Leben erreicht und getan hat.

    Text: Walter Kubin

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