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    St. Lorenzen trauert um zwei liebe Menschen!

    Die Adventzeit des vergangenen Jahres war in St. Lorenzen geprägt von großer Trauer um Adolf Wilhelmer und Franz Robert Wurzer. Mit dem ehemaligen Gastwirten des Tuffbades und dem beliebten Lehrer im Bildungszentrum Lesachtal, verliert das Lesachtal zwei große Persönlichkeiten.

    [attachment=1:125nqu0p]Bild Adolf Wilhelmer.jpg[/attachment:125nqu0p]
    Adolf Wilhelmer
    Am 3. Dezember 2014 endete im Alter von 85 Jahren das Leben eines Lesachtaler Tourismuspioniers!
    Adolf Wilhelmer wurde am 18.09.1929 als Jüngster der Familie Wilhelmer, vlg. Gruber, in St. Lorenzen geboren. Nach der Schulausbildung erlernte er die Lehre des Fassbinders, ehe er anschließend seinem Vater, der Maurermeister war, behilflich war.
    Im Jahr 1959 heiratete er seine Frau Anna und freute sich mit ihr über die Geburt seiner fünf Kinder Edeltraud, Gerlinde, Hubert, Manfred und Elke.
    Mit seiner Familie bewirtschaftete er in der Zeit von 1970 bis 1994 das Tuffbad. In seiner Zeit als Pächter war er um eine ständige Weiterentwicklung bemüht und setzte in der Tourismuswirtschaft wichtige Akzente.
    Nach dieser Zeit setzte sich Adolf nicht zur Ruhe. In mühevoller Arbeit baute er sein erworbenes Wohnhaus in St. Lorenzen zur “Pension Wilhelmer“ um und war bis zu seinem Ableben ein beliebter und immer fortschrittlich denkender Unterkunftgeber.

    Adolf hatte Kenntnisse in allen handwerklichen Berufen und konnte so vielen St. Lorenznern und Lesachtalern im Rahmen der Nachbarschaftshilfe helfen. Meist nur um ein „Vergelt`s Gott“!
    Zu seinen großen Hobbys gehörte neben der Imkerei auch die Musik. Vom Taktgefühl des ehemaligen Klarinettisten der Lorenzner Musik konnten sich viele Tuffbad Gäste in geselliger Runde immer wieder überzeugen.
    Er war maßgeblich beteiligt an den Hausbauten seiner Kinder und vielen anderen Bauwerken im Lesachtal. So bleibt Adolf als überaus hilfsbereiter, vorausblickender und friedliebender Mensch und Nachbar in Erinnerung.
    Das Begräbnis wurde von Pater Prior aus Maria Luggau und Pfarrer Ludwig Wilhelmer, einem Bruder des Verstorbenen, feierlich zelebriert.
    Pater Andreas M. Baur verglich in seiner Predigt das Leben von Adolf mit einer Kerze und das plötzliche Sterben mit dem Verlöschen der Kerze, die sich im Laufe der vielen Jahre verzehrt hat. Es steckte viel Energie in diesem Menschen. Er war einer der keine Verdrossenheit kannte – er war einer, der die Arbeit liebte und bereit war zu dienen und zu helfen. Er sorgte auch für die Erhaltung der „Buabn-Fahne“ in der Pfarrkirche St. Lorenzen, die er finanzierte und bei verschiedenen Prozessionen persönlich getragen hat.

    Auch die Gemeinde Lesachtal dankte in der Person des Bürgermeisters Franz Guggenberger: „Durch die gute Führung des Gasthofes hat er den Namen des Tuffbades weit und breit bekannt gemacht.“, so Guggenberger, der Adolf Wilhelmer als wichtigen Grundsteinleger des Tuffbades bezeichnete und auch den Dank des Imkervereines überbrachte.
    Der feierliche Gottesdienst wurde vom Kirchenchor St. Lorenzen und der Lesachtaler Bauernkapelle St. Lorenzen musikalisch umrahmt.
    Musikobmann Christian Guggenberger dankte Adolf Wilhelmer für seine Tätigkeit als Klarinettist und großen Förderer der Lorenzner Vereine.

    [attachment=0:125nqu0p]Bild Franz Robert Wurzer.jpg[/attachment:125nqu0p]
    Franz-Robert Wurzer
    Mit Bestürzung reagierte die Lesachtaler Bevölkerung auf das unerwartete Ableben des allseits beliebten Lehrers des Bildungszentrums Lesachtal, Franz-Robert Wurzer, am 14. Dezember 2014.

    Franz Robert Wurzer wurde am 25.02.1955 als Sohn von Franz und Elsmarie Wurzer in St. Lorenzen geboren und erlebte dort eine unbeschwerte Jugend.
    Nach der Volksschulzeit in St. Lorenzen führte ihn sein Bildungsweg nach Lienz, ehe er im Burgenländischen Jennersdorf die Oberstufe erfolgreich abschloss.
    In Graz folgte schließlich die Ausbildung zum Hauptschullehrer für die Fächer Deutsch und Sport.
    Seine Ausbildung finanzierte er sich durch Kellnertätigkeiten in München, aber auch im elterlichen Betrieb, der Pension Enzian, war seine Arbeitskraft sehr gefragt.
    Mit September 1981 trat Franz Robert schließlich seinen Dienst an der HS–Lesachtal an, wo ihm vor allem der Schulsport sehr am Herzen lag. So war ihm besonders der Langlaufsport ein großes Anliegen, liegt das Schulgebäude ja direkt an der Sonnenloipe in St. Lorenzen.
    Franz Robert verstand es den Langlaufsport in Verbindung mit dem Schulsport zu forcieren, und war als langjähriger Leiter der Langlaufsektion in der DSG Lesachtal vom Anfang an, ein unverzichtbarer Teil des Silvesterlanglauf-Komitees.
    Er freute sich sichtlich über den Dank und die Anerkennung seiner Sportkollegen, die ihm beim letzten Silvesterlanglauf am 31.12.2013 zuerkannt wurde.
    Trotz seines Berufes und der Familie hatte er immer Zeit das Vereinsleben im Ort und Tal zu fördern. Franz Robert war seit 1985 Mitglied der FF St. Lorenzen und gehörte der Fischerrunde „St. Laurentius“ an.
    Mit der Gründung der Kulturinitiative Lesachtal bereicherte Franz Robert mit seinem Freund Hans Ortner über Jahre das Lesachtaler Kulturleben.
    Es gelang ihm immer wieder, mit seiner überzeugenden Art namhafte Persönlichkeiten ins Lesachtal zu bringen. Mit Vernissagen im Stabulum oder Dichterlesungen in diversen Gaststätten, sowie musikalisch hochwertigen Konzerten wurden die Initiative der zwei Pädagogen weit über das Lesachtaler hinaus wahrgenommen.
    Besonders die Gitarre war in den letzten Jahren ein Wegbegleiter unseres lieben Franz Robert.
    Mit seinem Freund Reinhold organisierte er seit 18 Jahren ein Gitarrenseminar unter dem Titel “Guitar on Holidays“. Mit dieser Initiative brachte er viele Gäste ins Lesachtal und war ihnen als rühriger Organisator der Musikwoche ein ständiger und liebevoller Begleiter.
    Auch bei vielen Schulveranstaltungen konnten sich Schüler und Eltern von der kreativen Ader des beliebten Lehrers überzeugen. Seine Kreativität verewigte Franz Robert auch in einigen Kompositionen für die Gitarre.
    Kein Auge blieb Trocken als bei seinem Begräbnis ehemalige Teilnehmer „seines“ Gitarrenseminares Franz Robert Wurzers Komposition „Entlang der Gail“ intonierten.
    Sein großer Rückhalt, aber auch sein großer Stolz war seine Familie.
    Über die Geburt der Söhne Philipp (1993) und Julian (1999) freute er sich mit seiner Frau Michaela, die er im Jahre 2001 heiratet, und war ihnen Zeit seines Lebens ein großer Förderer.
    Neben der schulischen Ausbildung war ihm auch die musikalische Ausbildung seiner Söhne ein großes Anliegen.
    Dank und Anerkennung gebührt seiner Familie nicht nur für die Unterstützung seiner vielen freiwilligen Tätigkeiten, sondern auch für den Beistand in jenen Zeiten, in denen es Franz Robert gesundheitlich nicht gut ging.

    Viele Freunde waren gekommen um von Franz Robert Wurzer Abschied zu nehmen.
    Die Einsegnung und der Gottesdienst wurde von Pater Andreas M. Baur zelebriert.
    Musikalisch wurde die Trauerfeier vom Kirchenchor und der Lesachtaler Bauernkapelle St. Lorenzen umrahmt.

    Der Kommandant der Feuerwehr St. Lorenzen, Gerd Guggenberger, dankte für die aktive Zeit bei der Feuerwehr, die im Jahre 1985 begann. Durch den Großbrand in St. Lorenzen erkannte er die Wichtigkeit des Feuerwehrwesens und war bis zuletzt als verantwortungsvoller Funker im Verein tätig. Franz Robert galt im Verein und darüber hinaus als geselliger und aufgeschlossener Mensch.

    Für seinen Dienstgeber verabschiedete sich Pflichtschulinspektorin Gabriele Patterer mit ehrenden Worten, und stellte dabei die kollegiale Art sowie die pädagogischen Leistungen des Verstorbenen in den Vordergrund ihrer Ausführungen.
    Für die Fischerrunde und seinen Freundeskreis dankte Anton Obernosterer mit einem letzten „Petri Dank“.
    Für die Gemeinde Lesachtal verabschiedete sich Bgm. Franz Guggenberger, der auch den Lebenslauf vortrug, mit ehrenden Worte des Dankes und der Anerkennung.

    Das Lesachtal, seine Gemeinde und vor allem der Ort St. Lorenzen haben mit Adolf Wilhelmer und Franz Robert Wurzer zwei große Persönlichkeiten verloren.
    Ihr werdet uns allen und sehr fehlen!

    Text: Walter Kubin

    St. Lorenzen ON

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